Fallstudie Energetische Quartierskonzepte

Problemstellung und Zielsetzung

Gesetzliche Ziele wie die Steigerung der Energieeffizienz und die Reduzierung von CO2 - Emissionen stellen urbane Strukturen vor besondere Herausforderungen, da zum Beispiel knapp 40% des Energieverbrauchs in Deutschland auf den Anwendungsbereich Wohnen entfallen.

In ausgewählten Stadtteilen, den sogenannten energetischen Quartieren, fördert die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) die Erstellung von Konzepten in verschiedenen Handlungsfeldern, die die Erfüllung der gesetzlichen Ziele unterstützen. Zu den Handlungsfeldern gehören die energetische Gebäudesanierung (Maßnahmen zu Dämmung, Heizanlagen etc.), Mobilität oder klimabewusstes Verbrauchsverhalten. Ebenfalls werden die Infrastruktur der Wärmeversorgung und der Einsatz erneuerbarer Energien untersucht. 

Die Betrachtung von Stadtteilen führt langfristig zur energetischen Neuausrichtung ganzer Städte und stärkt das Quartiersbewusstsein der Anwohner. Allerdings ist der Erfolg energetischer Quartierskonzepte bisher wenig messbar und daher wenig untersucht. Relevante Erfolgsmaße sind im Quartierskontext die Innovativität  und der Umsetzungserfolg der Konzepte, die durch verschiedene Faktoren in der Konzepterstellung beeinflusst werden. So haben neben der Zusammenstellung des Projektteams (fachliche Ausrichtung etc.) und dem eigentlichen Projektmanagement auch der Einbezug verschiedener lokaler Akteure in den Konzepterstellungsprozess Einfluss auf den späteren Umsetzungserfolg. In einer mehrstufigen empirischen Untersuchung untersucht der Lehrstuhl für Technologiemanagement zunächst qualitativ Prozess und Herausforderungen in der Konzepterstelung und -umsetzung und anschließend quantitativ die Innovativität und deren Einflussfaktoren.

Empirische Vorgehensweise

In einer ersten Fallstudie wurden Konzeptersteller und Sanierungsmanagements (beauftragt zur Umsetzung der erstellten Konzepte) von Quartierskonzepten in Schleswig-Holstein explorativ befragt. Hieraus lassen sich Rückschlüsse auf Erfolgsfaktoren und Koordinationsprobleme in akteursübergreifenden Netzwerken zur Implementierung solcher urbanen Innovationen aufzeigen. 

Anschließend werden die in Konzepten erarbeiteten Maßnahmennüber Text Mining extrahiert und nach Innovationsgrad bewertet. Zusätzlich werden in einer Befragung die Rahmenbedingungen der Konzepterstellung in einer deutschlandweiten Studie erhoben. 

Ergebnisse

Bisher wurden 14 Interviews mit Sanierungsmanagements und Konzepterstellern in Schleswig-Holstein geführt. Die Auswertung folgt in Kürze. 

Die Innovativität der Konzepte wird anhand von 170 Quartierskonzepten aus Deutschland untersucht.

Die Befragung der Konzeptersteller zu Einflussfaktoren startet im Januar 2018. 

Publikationen

Kroh, J., Schultz, C. (2018): Urban Innovation Projects: Integrating Stakeholders in Regional Ecosystems. 25th Innovation Product Development Management Conference (forthcoming).

Schultz, C., Kroh, J., Lütjen, H. (2017): Produkt-Service-Systeme als Chance. Eine Analyse von Servitization-Prozessen bei Energieversorgern. Zeitschrift Führung + Organisation, Ausgabe 6/2017, 86. Jahrgang., 366 – 372.

Projektbeteiligte, Verbundpartner, Förderinstitutionen

Ansprechpartner

Julia Kroh