EPRD - Endoprothesenregister Deutschland

Problemstellung und Zielsetzung

Ziel des Projektes ist die Analyse von Einflussfaktoren, die die Akzeptanz sowie die Adoption von Prozessinnovationen im Krankenhaus beeinflussen. Als Prozessinnovation dient dabei die Einführung des Endoprothesenregisters Deutschland (EPRD). Der Einsatz von jährlich etwa 400.000 künstlichen Hüft- und Kniegelenken gehört zu den häufigsten Operationen in Deutschland. Die Einführung des ERPD soll eine verlässliche Datengrundlage schaffen, um langfristig die Produktqualität beurteilen zu können, das Ergebnis der medizinischen Behandlung zu sichern und die Zahl der Wechseloperationen zu reduzieren.

Empirische Vorgehensweise

Zunächst wurden teilstandardisierte Interviews mit 47 Mitarbeitern in 20 deutschen Krankenhäusern geführt, die am Probebetrieb des EPRD teilgenommen haben. Darauf aufbauend wurde ein Fragebogen erstellt, der an alle deutschen Krankenhäuser, die Hüft- und Kniegelenkersatz durchführen, versandt wurde. Die Rücklaufquote beträgt 48%.

Ergebnisse

Qualitative Analysen der Interviewdaten zeigen, dass die Akzeptanz der Prozessinnovation durch organisationsbezogene, projektbezogene und personenbezogene Faktoren beeinflusst wird. Während beispielsweise eine private Krankenhausträgerschaft und Unterstützung durch Entscheidungsträger einen positiven Einfluss auf die Akzeptanz der Mitarbeiter aufweisen, wirken sich die Einbindung zu weniger Mitarbeitern in den Innovationsprozess, ein Ressourcenmangel oder hohe Erwartungen der Mitarbeiter negativ aus.

Die Adoption der Prozessinnovation wird maßgeblich von dem sozialen System der Einführung beeinflusst. So weisen sowohl die Unterstützung durch das Top Management, die Einbindung verschiedener krankenhausinterner und externer Interessengruppen sowie deren Einstellung gegenüber dem Register eine positiven, hochsignifikanten Einfluss auf die Adoption aus. Darüber hinaus haben die Spezialisierung der Krankenhäuser auf die relevanten künstlichen Hüft- und Kniegelenkoperationen sowie der mit der Teilnahme am Register einhergehende wirtschaftliche Nutzen einen positiven Einfluss auf die Adoption des Registers.

Publikationen

  • Sternkopf, J. (2014). Acceptance of Process Innovations in Hospitals: Insights from the German Arthroplasty Register. Challenges and Opportunities in Health Care Management. S. Gurtner und K. Soyez, Springer: 89-98.
  • Sternkopf, J., T. R. Liebs, C. Schultz (2014). "Endoprothesenregister: Große Akzeptanz in Krankenhäusern." Deutsches Ärzteblatt International 111(43): 1848-1850.

Projektbeteiligte, Verbundpartner, Förderinstitutionen

  • Stiftung Endoprothetik
  • Klinik für Orthopädie Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

Ansprechpartner

Jan Sternkopf